Heiligabend 2016 in Bad Westernkotten

Liebe Gemeinde,

in seinem neuen Buch erzählt der Autor und Journalist Axel Hacke davon, wie er Gott begegnet. Und dann heißt es:

„Tage später traf ich Gott am Altglascontainer. Wieder war, wie oft in letzter Zeit, ein Attentat geschehen. Bestien waren in Blut gewatet. Sie hatten aus keinem anderen Grund getötet, als diesem: dass sie unsere Art zu leben hassten. Der müde Zug um Gottes Augen war an diesem Tag noch müder geworden.“

Ich weiß nicht, wann er das geschrieben hat. Das Buch ist schon länger auf dem Markt. Aber, es hätte letzte Woche sein können. Wobei mich, wie uns alle, nicht nur das Attentat in Berlin erschüttert hat, sondern auch an dem Abend – als noch gar nicht klar war ob Attentat oder Unfall – die ständig zu spürende Gier der Medien, es möchte doch bitte ein Attentat sein. Fast wie: Endlich auch bei uns, denn nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.

Aber zurück zu Hacke. Denn dann geht es in diesem Gespräch natürlich um das Böse in der Welt. Und warum es das gibt. Und warum Gott da nicht einfach dreinschlägt. Ein Wunsch, der mir in manchen Situationen nicht so ganz fremd ist. Und Ihnen und Euch auch nicht, denke ich. Aber, so Gott in diesem Gespräch:

„Er habe das Böse geschaffen, weil er gedacht habe: Wie solle man das Gute erkennen, wenn es das Böse nicht gebe? Wie könne man den Tag begrüßen, wenn man die Nacht nicht habe? Wie sei es möglich, das Leben zu schätzen, wenn es keinen Tod gebe? Nicht falsch, oder? Aber es quäle ihn, er sehe, was er angerichtet habe, bis zum Urknall zurück reue es ihn.“

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11. Dezember 2016 – 3. Advent

Lukas 3, 11-14

1 Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene,
2 als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste.
3 Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden,
4 wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja (Jesaja 40,3-5): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben!
5 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden,

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17. September 2016 – Predigt zum Bundesschützenfest

Joh. 10, 11-16

11Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

12Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –,

13denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

14Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,

15wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

16Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.


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24. Januar 2016 – Erwitte und Anröchte

Mt 15, 21 ‑ 28

Die kanaanäische Frau

21 Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon.

22 Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt.

23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach.

24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

25 Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!

26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.

27 Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.

28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

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Heiligabend 2015 – Bad Westernkotten

Liebe Gemeinde,

Es ist ja schon gut, wenn die Gedanken manchmal etwas tiefer gehen als nur bis zu der Frage, ob man nun ohne Thermomix wirklich weiterleben kann oder nicht. Ja natürlich, ich hätte auch die Fifa nehmen können oder Dieselfahrzeuge oder Fitness oder auch deutsche Wurst, alles ja so Themen, an denen man nicht vorbeigekommen ist, auch wenn man sie ja vielleicht gar nicht vermisst hätte. Aber Thermomix deshalb, weil das so was Verschwörerisches und manchmal auch Missionarisches hatte. Also wichtig war. Oder, um einen Kabarettisten zu zitieren: Im Internet Millionen Clicks, Freiheit, Gleichheit, Thermomix. Vielleicht ist der ja aber heute auch unter dem einen oder anderen Baum die Überraschung, also Vorsicht.

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